März 2026
Wahlprüfstein: Landesinstitut für Berufliche Bildung in Berlin
Aktuelle Situation
Die berufliche Bildung in Berlin steht unter hohem Veränderungsdruck: Fachkräftemangel, Lehrkräftemangel, heterogene Schülerschaft, wirtschaftliche Transformation und unzureichend abgestimmte Übergänge verlangen nach klaren, wirksamen Strukturen. Die bisherigen Zuständigkeiten sind zu zersplittert. Abstimmungen dauern zu lange, Verantwortlichkeiten bleiben unklar und Entwicklungsaufgaben werden nicht mit der nötigen Verbindlichkeit
gesteuert.Das schwächt die berufliche Bildung und erschwert eine kohärente Weiterentwicklung des Gesamtsystems. Berlin braucht deshalb ein Landesinstitut für berufliche Bildung, das Zuständigkeiten bündelt, Prozesse
beschleunigt und auch die berufsbildenden Schulen stärkt – nicht als zusätzliche Bürokratie, sondern
als handlungsfähige Struktur mit klarer Verantwortung.
Vision
Ein Landesinstitut für berufliche Bildung bildet das zentrale Steuerungs- und Unterstützungssystem für
die berufliche Bildung in Berlin. Es ist an die Bildungsverwaltung angebunden, handelt möglichst auto-
nom und ist mit großem Handlungs- und Gestaltungsspielraum ausgestattet und arbeitet verbindlich
mit allen relevanten Partnern zusammen.
Es betrachtet die berufliche Bildung als Gesamtsystem: von der Berufsorientierung über Berufsvorbe-
reitung und Ausbildung bis zu Übergängen in Beschäftigung und Weiterbildung. Es verbindet strate-
gische Steuerung mit mehr Eigenverantwortung der Schulen vor Ort.
Forderungen des Schulleitungsverbandes der beruflichen Schulen an die Landespolitik
- Landesinstitut verbindlich einrichten
Berlin richtet ein Landesinstitut für berufliche Bildung ein, das Steuerung, Entwicklung und Unterstützung der beruflichen Bildung institutionell bündelt. - Berufliche Bildung als Gesamtsystem steuern
Das Landesinstitut steuert die gesamte Bildungskette kohärent – von der Berufsorientierung bis zu
Übergängen in Ausbildung, Beschäftigung und Weiterbildung. - Berufsbildende Schulen stärken
Die beruflichen Schulen/OSZ brauchen mehr Handlungsspielräume und verlässliche Unterstützung, insbesondere bei Personal, Bildungsgängen, Mittelbewirtschaftung und Schulentwicklung. - Beteiligung verbindlich regeln
Berufsbildende Schulen, zuständige Senatsverwaltungen, Kammern, Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Wissenschaft und weitere Partner müssen verbindlich eingebunden werden. - Lernortkooperation ausbauen
Die Zusammenarbeit von Schulen, Betrieben und weiteren Partnern muss systematisch gestärkt und regional verankert werden. - Übergangssystem neu ordnen
Angebote im Übergangssystem müssen besser abgestimmt und konsequent auf Anschlüsse in Ausbildung und Beschäftigung ausgerichtet werden. - Datenbasierte Steuerung sichern
Die berufliche Bildung braucht belastbare Kennzahlen, transparente Ziele und ein systematisches Monitoring. Schulen müssen nutzbare Daten für ihre Entwicklung erhalten. - Handlungsfähigkeit finanziell und personell absichern
Klare Zuständigkeiten, flexible Mittelbewirtschaftung und transparente Ressourcensteuerung sind Voraussetzung für wirksames Handeln.