März 2026

Wahlprüfstein: Stärkung der dualen Ausbildung und Förderung der Angebote an den beruflichen Schulen (berufliche Gymnasien, FOS, FS)

Aktuelle Situation

Die duale Ausbildung hat aus Sicht der Gesellschaft nicht den gleichen Stellenwert wie das Abitur und ein Studium. Die Oberstufenzentren könnten hier eine verbindende Rolle spielen, ihre studienbefähigenden Bildungsgänge, wie das Berufliche Gymnasium und die Fachoberschule sind aber nicht bekannt genug und stehen in direkter Konkurrenz zu den Oberstufen an den Integrierten Sekundarschulen. Gleichzeitig gibt es eine hohe Zahl an Ausbildungsabbrüchen von Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss und/oder beruflicher Orientierung nach der Klasse 10 in der Allgemeinbildung. Da es insgesamt zu wenig Ausbildungsplätze gibt, haben auch Lernende mit Förderbedarfen oder geringeren Sprachkenntnissen schlechtere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.

Vision

Die duale Ausbildung wird auf allen Ebenen als gleichwertiger Bildungsweg neben dem Studium wahrgenommen. Die Diversität innerhalb der Schülerschaft wird als Wert für die Ausbildung und die Personalentwicklung in den Betrieben erkannt. Es stehen ausreichend Ausbildungsplätze und Praktika sowie Personal zur Ausbildung und Unterstützung in den Betrieben zur Verfügung. Die duale Ausbildung hat sich auf ihre ursprüngliche Stärke zurückbesonnen und gliedert sich in die berufliche Grundbildung in der Berufsschule und die Spezialisierung im Betrieb. Die Oberstufenzentren sind in der Gesellschaft und in den allgemeinbildenden Schulen mit allen drei Säulen bekannt und werden als gleichberechtigte Bildungswege wahrgenommen und ausgewählt.

Forderungen des Schulleitungsverbandes der beruflichen Schulen an die Landespolitik

  1. Attraktivität und Gleichwertigkeit der dualen Ausbildung
    Berlin bekennt sich zu Attraktivität und Gleichwertigkeit der dualen Ausbildung und startet eine landesweite Imagekampagne zur dualen Ausbildung in Kooperation mit Kammern und Betrieben. Wichtig ist dabei eine zielgerichtete Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen.

  2. Berufliche Gymnasium als Alternative zum allgemeinbildenden Gymnasium
    Das berufliche Gymnasium muss als Alternative zum allgemeinbildenden Gymnasium gesehen werden und es dürfen keine weiteren gymnasialen Oberstufen an den Integrierten Sekundarschulen eingerichtet werden.

  3. Fachoberschulen als alternativen Weg zur Fachhochschulreife
    Fachoberschulen, insbesondere in Verbindung mit FOS 13 als alternativen Weg zur Fachhochschulreife bzw. allgemeine Hochschulreife müssen stärker beworben werden.

  4. Maßnahmen zur Verringerung der Zahl der Ausbildungsabbrüche
    Berlin implementiert wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Zahl der Ausbildungsabbrüche.

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