Wahlprüfsteine zur Abgeordnetenhauswahl Berlin September 2026


März 2026

Wahlprüfstein 1
Landesinstitut für Berufliche Bildung in Berlin

Vision

Ein Landesinstitut für berufliche Bildung bildet das zentrale Steuerungs- und Unterstützungssystem für die berufliche Bildung in Berlin. Es ist an die Bildungsverwaltung angebunden, handelt möglichst autonom und ist mit großem Handlungs- und Gestaltungsspielraum ausgestattet und arbeitet verbindlich mit allen relevanten Partnern zusammen.

Es betrachtet die berufliche Bildung als Gesamtsystem: von der Berufsorientierung über Berufsvorbereitung und Ausbildung bis zu Übergängen in Beschäftigung und Weiterbildung. Es verbindet strategische Steuerung mit mehr Eigenverantwortung der Schulen vor Ort.


Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 2
Schulaufsicht und Schulleitungen - Partnerschaft für wirksame Schulentwicklung an beruflichen Schulen

Vision

Berufliche Schulen brauchen eine Schulaufsicht, die Verantwortung bündelt, Entscheidungen koordiniert und Unterstützung verbindlich organisiert und auf Augenhöhe agiert. Eine moderne Schulaufsicht ist Teil eines integrierten Steuerungs- und Unterstützungssystems. Sie verbindet Rechts- und Qualitätsaufsicht mit Schulentwicklung und steuert die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Verwaltung, Wirtschaft und regionalen Partnern. Dafür muss die Schulverwaltung konsequent von der einzelnen Schule aus gedacht werden. Jede Schule braucht feste Ansprechpersonen, abgestimmte Verfahren und schnelle, nachvollziehbare Entscheidungen. Verwaltung darf Schulen nicht zusätzlich belasten, sondern muss sie wirksam unterstützen.

Rechts- und Dienstaufsicht für berufliche Schulen sollen deshalb organisatorisch in einem integrierten System zusammengeführt werden - orientiert am Hamburger Modell (HIBB). Die Schulaufsicht verantwortet die koordinierte Wahrnehmung dieser Aufgaben und stellt zugleich die Unterstützung der Schulen sicher.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 3
Übergänge sichern statt Jugendliche im System zu verlieren (11. Pflichtschuljahr)

Vision

Kurzfristig muss das 11. Pflichtschuljahr so organisiert werden, dass Fehlentscheidungen früh korrigiert und passende Angebote tatsächlich bereitgestellt werden. Langfristig müssen alle Jugendlichen die Klasse 10 mit einer belastbaren Anschlussentscheidung verlassen. Berufs- und Studienorientierung muss dafür in allen Schulformen verbindlich verankert werden. Zugleich braucht Berlin ein bedarfsdeckendes Angebot an dualen und vollzeitschulischen Ausbildungsplätzen.

Das 11. Pflichtschuljahr darf kein Auffangbecken für Fehlsteuerung sein. Berlin muss Übergänge verbindlich absichern, Orientierung vor dem Scheitern organisieren und genügend qualifizierende Angebote bereitstellen.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 4
Digitalpakt 2.0

Vision

Der Digitalpakt 2.0 sollte daran anknüpfen und auch zukünftig ein Lehren und Lernen an den berufsbildenden Schulen ermöglichen, das den Herausforderungen durch die digitale Transformation der Gesellschaft entspricht. In diesem Zusammenhang muss die digitale Infrastruktur samt der berufs- bzw. branchenspezifischen und zunehmend cloudbasierten Softwareprogramme und Apps an Schulen erhalten bzw. weiter verbessert werden, die Lehrkräfte weiter kontinuierlich fortgebildet werden und die Entwicklung innovativer Lehr- und Lernmethoden weiter gefördert werden.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 5
Lehrkräftebildung

Vision

Es gibt für berufserfahrene Personen verschiedene Wege, kompakt pädagogische und fachdidaktische Inhalte nachzuholen, um zügig mit dem Vorbereitungsdienst zu beginnen. Ein-Fach-Lehrkräfte arbeiten als geschätzte Kolleginnen und Kollegen Hand in Hand mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften daran, den Berufsschulunterricht zu innovieren und auf die betriebliche Wirklichkeit auszurichten.

Studierende mit zwei allgemeinbildenden Fächern können sich durch die Erweiterung der erlaubten

Fächerkombinationen frühzeitig für den Arbeitsort berufliche Schulen entscheiden.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 6
Lehrkräfteausstattung an beruflichen Schulen in Berlin

Vision

Eine starke berufliche Bildung braucht eine verlässliche und gut ausgestattete Lehrkräftebasis. Berufliche Schulen in Berlin sollen Orte sein, an denen junge Menschen unabhängig von Herkunft, Bildungsbiografie oder individuellem Förderbedarf hochwertige Lern- und Entwicklungschancen erhalten. Dazu gehört eine Lehrkräfteversorgung, die sowohl die fachliche Tiefe der beruflichen Bildung als auch die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft abbildet.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 7
Finanzierung der beruflichen Bildung in Berlin


Vision

Für die beruflichen Schulen besteht eine eigenständige und bedarfsgerechte Finanzierung, die

  • den finanziellen Bedarf der Schulen verbindlich und systematisch berücksichtigt sowie sicherstellt, dass die Schulen ihre Finanzmittel eigenverantwortlich einsetzen können
  • inflationsbedingte reale Budget zur Verfügung stellt und mittelfristig Planungssicherheit gewährleistet
  • bei Übertragung zusätzlicher Aufgaben im Schulbetrieb und die kontinuierliche Modernisierung und Unterhaltung der technischen Ausstattung vollständig und verlässlich finanziert
  • angemessene Bezahlung aller Beschäftigten, insbesondere des nichtpädagogischen Personals.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 8
Azubi-Wohnheime in Berlin


Vision

Das Land Berlin mit seinen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften stellt Auszubildenden Wohn-

heimplätze in bedarfsdeckender Menge zu Verfügung. Neben Umnutzung und Umbau von landes-

eigenen Industrie- und Bürogebäuden, wie auch aus ungenutzten Schulgebäuden wird Wohnraum für

Auszubildende geschaffen.

Aktuelle Situation und unsere Forderungen

Wahlprüfstein 9
Stärkung der dualen Ausbildung und Förderung der Angebote an den beruflichen
Schulen (berufliche Gymnasien, FOS, FS)


Vision

Die duale Ausbildung wird auf allen Ebenen als gleichwertiger Bildungsweg neben dem Studium wahrgenommen.
Die Diversität innerhalb der Schülerschaft wird als Wert für die Ausbildung und die Personalentwicklung in den Betrieben erkannt. Es stehen ausreichend Ausbildungsplätze und Praktika sowie Personal zur Ausbildung und Unterstützung in den Betrieben zur Verfügung.
Die duale Ausbildung hat sich auf ihre ursprüngliche Stärke zurückbesonnen und gliedert sich in die berufliche Grundbildung in der Berufsschule und die Spezialisierung im Betrieb. Die Oberstufenzentren sind in der Gesellschaft und in den allgemeinbildenden Schulen mit allen drei Säulen bekannt und werden als gleichberechtigte Bildungswege wahrgenommen und ausgewählt.


Aktuelle Situation und unsere Forderungen


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